Slider2.gif

Das Schülerbetriebspraktikum „Landwirtschaft“ an der EKO- Jever


Als bundesweit einzige Schule bietet die EKO Jever seit 15 Jahren in Kooperation mit dem Landvolkverband Friesland die Möglichkeit, im Rahmen des Projektes „Landwirtschaft zum Anfassen“ ein landwirtschaftliches Schülerbetriebspraktikum durchzuführen.

 

Das landwirtschaftliche Schülerbetriebspraktikum ist eine von allen Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrganges zu absolvierende obligatorische Veranstaltung und wird im 2. Halbjahr der 8. Klasse durchgeführt.

Es ist Teil des Gesamtkonzeptes Berufsorientierung der EKO- Jever.

Während die Berufsfelderkundung Bau, Metall und Soziales an den Berufsbildenden Schulen in Jever mit wöchentlich 6 Stunden für die Hauptschulklassen und im Modul „Berufsfelderkundung“ für die Realschulklassen erfolgt, wobei die Schülerinnen und Schüler in Gruppen aufgeteilt die verschiedenen Bereiche durchlaufen, bot sich durch die Zusammenarbeit mit dem Kreislandvolkverband Friesland für das Berufsfeld Landwirtschaft die Form des einwöchigen Praktikums als sinnvolle Ergänzung an.

Das Schülerbetriebspraktikum Landwirtschaft versteht sich als Bindeglied für die Entwicklung einer Region, in der die Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor eine bedeutende Rolle spielt.

Die Darstellung der landwirtschaftlichen Berufe in ihrer Vielfältigkeit, ihrer anspruchsvollen Arbeit mit moderner Technik und ihren Beitrag zur Produktion von gesunden Nahrungsmitteln, von nachwachsenden Rohstoffen und zum Erhalt der Kulturlandschaft Frieslands ist dabei von besonderer Bedeutung.

Das Schülerbetriebspraktikum „Landwirtschaft“ wird im zweiten Halbjahr der 8. Klasse im Frühsommer durchgeführt.

Vor Beginn des Schülerbetriebspraktikums werden die Schülerinnen und Schüler sowie die Erziehungsberechtigten über die Ziele und Aufgaben sowie Rahmenbedingungen des Praktikums informiert.

  

In der Schule geht dem Praktikum eine gezielte Vorbereitung in verschiedenen Fächern voraus. Es werden mit den Schülerinnen und Schülern Praktikumsaufträge erarbeitet, die während der Praktikumszeit zu bearbeiten sind und in der Schule nachbereitet werden.

Das Schülerbetriebspraktikum wird von einer von der Schule beauftragten Lehrkraft als Praktikumsbegleiter(in) betreut, die entweder als Klassenlehrer(in) oder als Fachlehrer(in) Wirtschaft die Klasse kennt.

Vor, während und nach dem Praktikum erfolgt ebenfalls eine Betreuung durch eine pädagogische Fachkraft des Kooperationspartners Kreislandvolkverband Friesland.

 

Das Jugendschutzgesetz wird beachtet.

 

Die Schülerinnen und Schüler verbringen eine Woche einzeln oder zu zweit in Familien mit meist mehreren Generationen, deren Angehörige in der Regel fest mit Betrieb verbunden sind und verschiedene Aufgaben der Bewirtschaftung übernommen haben. Auch die Schüler werden an vielen täglichen Arbeiten auf dem Hof beteiligt und beschäftigen sich darüber hinaus mit bestimmten Fragestellungen zu den Produktionsschwerpunkten „ihres“ Bauernhofes.

Für die Schülerinnen und Schüler wird der Sinn und die Auswirkung der Tätigkeiten, die ausgeübt werden, direkt ersichtlich. Sie erkennen, dass jedwede  Arbeit auch die persönliche Verantwortung für das Ergebnis beinhaltet. Ursache und Wirkung werden unmittelbar nachvollziehbar.

 

Nach dem Praktikum werden Projektmappen oder Projektpräsentationen erstellt.

                             

Inhaltsbezogener Kompetenzbereich

Einsichten in Arbeitsanforderungen und –bedingungen

Wohnen und arbeiten im Mehrgenerationenhaushalt

Soziale Stellung

Modernisierungsstress und Existenzkampf

Arbeitszeiten (Saisonale Schwankungen, Betriebsartbedingte Besonderheiten, Witterungsbedingungen)

Körperliche Arbeit – „Kopf“-Arbeit

Hygiene (Produktionskette )

Gesetzliche Auflagen

  

Einblicke in technische, ökonomische und soziale Zusammenhänge:

Erhalt der Kulturlandschaft mit heimischer Flora und Fauna

Arten und Sortenvielfalt als biologisches Potenzial

Bodenschutz-Kreislaufwirtschaft (Humusgewinnung)

Konflikt Nahrungsmittel – Energieressource

Berufsbildwandel (Energiewirt)

Technikeinsatz

Regionalisierung der Wirtschaft

Vor- und Nachteile des ländlichen Raums

Landwirtschaft im Spannungsfeld Kosten und Einkommenserzielung

Einfluss landwirtschaftlichen Handels auf die Umwelt

Herkunft unserer Nahrungsmittel  (Produktion/Transport/Energie)

Überdenken von Ernährungsgewohnheiten

 

 

Berufsorientierung

In den Bereich der Landwirtschaft fallen z.Zt. 15 Ausbildungsberufe. Diese umfassen ein breites Spektrum an biologischen, technischen und ökonomischen Wissensbereichen, die interdisziplinär miteinander verbunden sind und mehr als in den meisten anderen beruflichen Tätigkeiten konkretes Handeln bzw. praktische Fähigkeiten (z.B. Melken, Tierbeurteilung, Bodenproben, Reparaturen) mit abstrakten Wissen ( z.B. Informationstechnologien, Futtermittelberechnungen, kaufmännische Bilanzen) kombinieren.

Lernen wird das durch eigene Erleben mit allen Sinnen lebendig.

Landwirtschaft bietet anwendungsorientierte Betätigungsfelder.

 

Beispiele Ausbildungsberufe:

 

  • Landwirtschaftlich-technische(r) Assistent/in
  • Fachkraft Agrarservice
  • Betriebswirt/in Agrar
  • Tierwirt/in
  • Pferdewirt/in
  • Hauswirtschafterin
  • Molkereifachfrau/mann
  • Milchtechnologe/in
  • Milchwirtschaftliche(r) Laborant/in
  • Landmaschinenmechaniker/in