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Keine Chance für „Fußgänger“

Elisa-Kauffeld-Oberschule besucht die Rollstuhlbasketball WM in Hamburg

Am Dienstagmorgen, 21. August, machten sich 66 SchülerInnen aus den Jahrgängen 9 und 10 sowie 4 BegleiterInnen auf den Weg nach Hamburg, um bei der Rollstuhlbasketball WM live dabei zu sein.
Bereits eine Woche zuvor nutzte etwa ein Dutzend Schüler die Möglichkeit, sich beim RSC Oldenburg einen ersten Eindruck davon zu verschaffen, was es bedeutet, im Rollstuhl zu sitzen. 

Damit aber nicht genug, schließlich ging es darum, einen kleinen Einblick in die Sportart Rollstuhlbasketball zu erhalten. Also wurden zuerst die Reifen der Rollstühle nach der Trainingspause wieder fest aufgepumpt. Danach hieß es „geradeaus fahren“, aber ohne sich die Finger in den Speichen zu verletzen: Kurven und rückwärts fahren, aber bitte ohne Kollisionen.
Als dann noch der Ball dazu kam, wurde es wirklich schwer. Der Korb hängt, wie sonst auch in 3,05m Höhe, und es gilt, abgewandelt die Schrittregel, d.h. nach 2 „Schritten“, also zweimal anschieben, muss der Ball aufgeprellt oder abgespielt werden.
Die Höhe zum Korb aus dem Sitzen beim Korbwurf zu überwinden, ist ohne Gegenspieler schon schwierig genug. In der Spielsituation, aus der Bewegung, unter Zeitdruck kon-zentriert zu agieren, lässt schnell erahnen, wie viel Training notwendig ist, um für die Mannschaft wirklich wertvoll zu sein.
Aber schnell sind wir so ins Spiel vertieft, dass sich die geplante Rückfahrt  um eine Stunde verzögert.
Allein dieser Nachmittag hinterlässt bei vielen sicherlich einen tiefen Eindruck.

So kommen wir nach knapp 4 Stunden Busfahrt am Austragungsort in Hamburg-Wil-helmsburg an und haben Glück, das wir gleich in der großen Halle das Spiel der Männer zwischen Großbritannien und Deutschland sehen können. Schon der Austragungsort und die Organisation machen deutlich, das der Sport von Menschen mit Behinderung keine
Randerscheinung mehr ist.
Wahrscheinlich gab es nicht viele, die durch die Dynamik, die Athletik sowie durch die Beherrschung des Rollstuhls in Kombination mit Ball und Gegner, nicht zutiefst beein-druckt waren.
Aber dann war da doch noch die Sache mit dem „körperlosen Spiel“ - Rollstühle krachen zusammen, kippen um – und die Spieler liegen am Boden. Wer denkt da nicht, denen muss doch geholfen werden. Aber so schnell, wie sie umgekippt sind , sitzen die meisten, ohne Hilfe, gleich wieder spielbereit in ihrem Gefährt. Hilfe tut nur selten Not und wird gleichermaßen vom Gegner wie vom eigenen Mitspieler geleistet.
Alles völlig unaufgeregt - sehr sympathisch. Das Spiel endete übrigens 62:54 für Großbri-
tannien.
Danach gab es im Wilhelmsburger Sportpark noch viele Möglichkeiten, Sportarten, die von Rollstuhlfahrern ausgeübt werden, selbst auszuprobieren.
Hier nur eine ganz kleine Auswahl: Rollstuhlbasketball, aber auch -tennis, -skaten, -stand up paddling, -bogenschießen.....
Kurz vor der Rückfahrt haben wir noch die Möglichkeit, ein Foto zusammen mit der
polnischen Männernationalmannschaft zu machen, wozu die Spieler sofort bereit sind.
Irgend wie eigentümlich, dass gerade bei Menschen mit Behinderungen, vieles selbstverständlicher zu sein scheint oder auch ist. Von dieser Stelle auch noch ein mal einen ganz herzlichen Dank zum RSC Odenburg.
Und so steigen wir wieder in die Busse , mit vielen unterschiedlichen und sicherlich auch unterschiedlich intensiven Eindrücken, die sich noch setzen müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.